Du bist nicht für das Glück deiner Eltern verantwortlich.

Du bist nicht für das Glück deiner Eltern verantwortlich. Punkt. Wenn wir es schaffen könnten, diesen Satz zu 100% zu integrieren und ihn auf allen Ebenen zu leben, wäre uns allen gedient. Uns selber und auch unseren Eltern. Denn wie oft passiert es, dass wir uns für das Glück unserer Eltern, vielleicht verstärkt für das Glück der Mutter oder/und des Vaters, verantwortlich fühlen und uns dadurch ein Gefängnis aufbauen? In inneren Druck und Stress geraten und es ihnen um jeden Preis “Recht machen wollen” und uns selbst vielleicht sogar aufgeben? Ich kann in meiner Arbeit und in meinem eigenen Umfeld beobachten, dass das sehr oft passiert. Wir bürden uns Verantwortungen auf und helfen dadurch unseren Eltern nicht wirklich weiter. Warum ich so denke, erfährst du in diesem Artikel.

Es war nie die Rede davon, dass die Kinder für das Glück der Eltern verantwortlich sind.

Jede inkarnierte Seele sucht sich Menschen, an denen sie wachsen kann. Und auch unsere Eltern zählen dazu. Unsere Eltern suchen auch uns aus und so besteht auf einer gewissen Ebene eine Art von Vereinbarung, dass wir gemeinsam diesen Weg gehen und uns gegenseitig in unserem Wachstum und Aufblühen unterstützen wollen. Es war nie die Rede davon, dass die Eltern für das Glück der Kinder oder später dann die “erwachsenen Kinder” für das Glück der Eltern verantwortlich sind. Nie. Diese Aufgabe haben wir uns selber aufgebürdet oder sie wurde uns auferlegt. Es herrscht ein riesengroßer blinder Fleck, was das Thema Glück betrifft: Dein Glück hängt zu 100% von dir selber ab – nicht von deinen Eltern, nicht von deinem Partner, deiner Familie oder den Umständen in deinem Leben. Du solltest noch heute beginnen, mit dieser spirituellen Wahrheit deinen Frieden zu schließen. Gleichzeitig darfst du erkennen, dass du nichts tun kannst, was das Glück anderer Menschen beeinflussen könnte, den Glück ist immer subjektiv und entsteht aus uns heraus. Wir können Liebe geben, Mitgefühl und Offenheit zeigen, aber wir haben keinerlei Einfluss darauf, ob dies unsere Eltern oder unser Gegenüber glücklich machen wird oder nicht.

Wachstumsblockade

Wenn wir die Verantwortung für das Glück unserer Eltern auf uns nehmen, passiert noch etwas ganz Spannendes: wir blockieren unseren Erfolg und unseren Wachstum. Denn ein Teil in uns wägt alles ab, was wir tun und das was wir nicht tun. Es gehen innerlich bewusst oder unbewusst Fragen ab wie: Würde das meine Eltern zufriedenstellen? Entspricht das den Werten meiner Eltern? Wären meine Eltern jetzt stolz auf mich? Und noch viele weitere ähnliche Gedanken. Wir handeln dann nicht selbstbestimmt, sondern aus der Angst vor Ablehnung. Wenn du aber beginnst, deinen Weg voll und ganz zu leben (und dieser könnte evtl. deinen Eltern nicht passen) wirst du langfristig gesehen auch deinen Eltern befriedigen und erfüllen. Denn ob sie es momentan bewusst spüren oder nicht, sie wollen dich wachsen, leben, lachen und aufblühen sehen. Vielleicht können sie dies nicht so offen zeigen, wie sie wollen, aber wir haben alle dieses spirituelle Bedürfnis in uns, Menschen wachsen zu sehen, vor allem wenn es unsere eigenen Kinder sind.

Ritual zur Ablösung

Wenn du möchtest, führe noch heute ein kraftvolles Ritual für dich durch. Schließ’ die Augen. Sieh’ deine Eltern (auch durchführbar, wenn sie bereits im Jenseits sind.) vor deinem inneren Auge und stell’ dir vor, dass sich von Herz zu Herz eine goldene Brücke aufbaut und dass alle anderen Verbindungen, die negativ räsonieren, einfach abfallen und sich auflösen. Wenn du möchtest, sprich: “Ich vergebe dir und ich vergebe mir selber. Ich lasse jetzt alles los, was nicht zu mir gehört und ich gebe dir all das zurück, was zu dir gehört.” Schließ’ das Ritual mit Dankbarkeit und Liebe gegenüber deinen Eltern ab.

Du hast es verdient, ein freies Leben zu führen und auch deine Eltern haben es verdient, dass sie wachsen und lernen, in dem sie sehen, dass ihr Kind den Mut und die Kraft entwickelt, den eigenen Weg zu gehen.

Wie immer würde ich mich riesig freuen, wie sehr dich dieses Thema anspricht und wie deine aktuelle Beziehung zu deinen Eltern ist. Bitte unten im Blog kommentieren.
Ich freu mich. Ich danke dir!

Von Herz zu Herz
Bahar

 

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  1. Ist einfacher gesagt als getan. Manchmal sind die Verstrickungen so groß, dass sie mit ein paar schönen Sätzen nicht (auf)lösbar sind. Schließlich haben sich diese Verstrickungen ja auch viele Jahre gebraucht um zu entstehen.

  2. Liebe Bahar, von Herzen danke für diesen Artikel! Ich fühle das Thema auch in mir, indem ich denke, ich müsste meine Mutter auf ihren richtigen Weg bringen und bräuchte genauso ihr Einverständnis für meinen Weg. Es fällt mir schwer, sie leiden zu sehen, gleichzeitig aber auch, diese “Verantwortung” zu lösen, denn ich liebe sie sehr und wünsche mir, dass wir den Weg zusammen gehen und dass es ihr gut geht. Ich weiß, dass ich dieses Band befreien darf, um auch sie zu befreien, aber es fällt mir schwer. Wovor habe ich Angst? Von Herzen eine Umarmung, Kathrin

  3. Hallo Bahar,

    Danke! Für diesen Artikel.
    Ich hab jahrelang unter einer Essstörung gelitten und mir das Leben zur Hölle gemacht und anderen Menschen gleich mit weil ich den Erwartungen entsprechen wollte.
    Mittlerweile sind meine Eltern so verzweifelt dass sie verbal kommunizieren, sie wollen, dass ich glücklich bin..egal wie
    Aber trotzdem, wenn ich Dinge tue die den Werten der Eltern widersprechen, fühle ich mich ‘schuldig’ auch wegen noch bestehender finanzieller Abhängigkeiten.
    Ich spüre dass sich das auflöst, wenn ich mein Herzen weiterfolge und ich bin dankbar dass deine Seele so mutig diesen Weg eingeschlagen hat!
    Ich bewundere dich
    Die Übung mache ich jetzt direkt vorm Schlafen
    Namasté:)

  4. Genau das richtige in diesem Moment! Das ist gerade so Thema! Ich möchte eine Geschichte über meine Perspektive der Kindheit schreiben und veröffentlichen und meine Eltern wollen das nicht, weil sie sich kritisiert fühlen. Jetzt bin ich vollkommen in Formulierungen blockiert.

  5. Hallo, dein Blog Beitrag ist jetzt genau passend für mich. Das Verhältnis zwischen meinen Eltern und mit mir ist sehr gut und eng. Jedem ist daran gelegen, dass Wachstum entstehen kann, was wir auch kommunizieren. Jetzt ist es so, dass meine Mum Krebs hat, der über Bestrahlung behandelt wird, und die ganze Geschichte ist ziemlich langfristig. Ich fühle mich dafür verantwortlich, dass sie gut für sich sorgt usw. Jetzt benötige ich selber allerdings auch extrem viel Stärke von meiner Mum, weil ich mich von meinem Lebensgefährten getrennt habe. Das heißt, sie will mir helfen, dass ich die Trennung gut überstehe und ich will ihr helfen, dass die Bestrahlung und alles was danach kommt klappt. Wenn wir telefonieren heißt es parallel: Wie geht es dir?! Nein, dir! 🙂 Ich habe vor diese Übung mit ihr zusammen zu machen, wenn sie auch möchte. Und ich bin froh, dass du das geschrieben hast! Danke!!!

  6. Liebe Bahar, Danke Danke Danke für diesen Artikel – heute. Meine Mutter hat sich wieder zu meinem Geburtstag eingeladen und ich hatte nicht das Herz, sie vor den Kopf zu stoßen. Die letzten beiden Jahre hat sie mir meine Geburtstage jeweils mit totalem Drama versaut.
    Sie will mich wachsen sehen, so wie SIE Wachstum versteht. Möchte von mir gebraucht werden. Und mir wurde neulich von einer spirituellen Ratgeberin gesagt, sie sei schließlich meine Mutter und ohne sie gäbe es mich gar nicht ….

  7. Liebe Bahar
    Sehr herzlichen Dank für dieses einfache befreiende Ritual!
    Meine fast neunzigjährige Mutter löst bei mir leider immer wieder Beklemmungsgefühle und Frustration bis hin zu Ekel aus (wofür ich mich natürlich selbst nicht besonders mag)! Ich schaffe es nicht, mich so abzugrenzen, dass ich mich nicht ausgesaugt fühle und wenn, dann fühle ich mich schuldig. Als Kind wurde ich von meiner Mutter schlimm vernachlässigt. Auch hat sie, als ich ihr von sexuellem Missbrauch erzählte, den Täter geschützt, nicht mich. Sie hat vor Jahrzehnten von mir verlangt, dass ich weit weg ziehe von ihr. Jetzt ist sie hilfsbedürftig und erwartet meine Unterstützung sehr selbstverständlich.
    All dies hält mich in widerstreitenden Gefühlen gefangen. Ich fühle mich NICHT (mehr) als Opfer, aber trotzdem irgendwie noch als Gefangene dieser Frau (und meiner Ansprüche an mich selbst).
    Ich möchte vergeben, vergessen, verstehen (hoffe aber, dass sie bald stirbt…. und fühle mich schlecht)!

    Ich wünsche Dir alles Liebe!
    Beatrix

    1. Wenn ich meinen Beitrag (in zu grosser Frustration geschrieben) lese, wird mir schlecht: niemals wünsche ich meiner Mutter den Tod! Bleibt das jetzt in alle Ewigkeit so stehen?!

  8. Schwierig wird es, wenn die Eltern ihr Glück von ihrem Kind abhängig machen und die Abgrenzungsversuche und teilweisen Abgrenzungen mit Vorwürfen – meist gar nicht bewusst – untergraben.
    “Du lässt mich im Stich” oder “Warum bin ich Dir egal?” sind nur zwei Vorwürfe, die ich immer wiederkehrende höre.
    Ich denke, dass der eine oder andere auch dieses Problem kennt.
    Eine Abgrenzung scheint fast unmöglichen.

    Auch kann dieses Problem wieder aufkommen, wenn das Verhältnis jahrelang “gut war”, insbesondere dann, wenn Eltern in der Pension/Rente sind und eine mögliche Unzufriedenheit verursacht, dass der Eltern die alten Muster wieder bedienen.

  9. Von allen Beiträgen, die ich heute aufgesucht habe, um meine aktuelle Not im Kontakt zu meinem Vater zu klären, war dieser hier am hilfreichsten und ich bin sehr dankbar!
    Ich liebe meine Eltern und sie haben nach ihren Möglichkeiten alles gegeben, was sie als Eltern geben konnten; leider leben sie von Anbeginn und nun schon seit 56 Jahren in einer unglücklichen Ehe und sowohl meine Mutter als auch mein Vater haben mich unbewusst als Ersatzpartner/ Verbündete /Schiedsrichter benutzt; von daher fällt es mir besonders schwer mich dieser Rolle komplett zu entziehen; nun habe ich es vor allem mit meinem geliebten Vater zu tun, der immer hinfälliger wird und sich bei mir auf Besuch immer so wohl fühlt, aber zu Hause bei seiner Frau eben nicht; Besuche bei meinen Eltern sind schwierig, weil meine Mutter Messie ist und die gesamte Wohnung vollgestellt ist; mein Bruder wohnt mit seinen 55 Lebensjahren auch noch in der kleinen Mietwohnung bei ihnen; gerade weil meine Eltern immer sehr aufopferungsvoll in der Versorgung aller äußeren Bedürfnisse von meinem Bruder und mir waren und sich bis heute das beste für uns beide wünschen, ist es so schwer, mich komplett aus der Verstrickung zu lösen;
    da war diese Info – Seite so passend / treffend, um “die goldene Brücke von Herz zu Herz” stehen zu lassen und aber alle anderen Ballast-Verbindungen abzuwerfen; ich habe schon Therapien gemacht und mich erstaunlich positiv weiter entwickelt – es sind letzte zähe Reste von Verstrickung, die aber noch sehr an mir zerren;
    da ich schon immer mit ungesundem, übermäßigem Essen auf solche Nöte reagiert habe, ist mein Körpergewicht in den letzten Monaten auf Höchststand gewachsen;
    mir wurde klar : irgendetwas setzt mich enorm unter Druck – ich muss es ausfindig machen und klären; ich werde nun alles tun, um mich auf positivste Weise frei zu machen von den Resten trauriger Prägungen der Kindheit, und mit meinen 56 Lebensjahren endlich glücklich zu leben;

  10. Danke für diese wundervollen Worte, die mich jetzt erreichen. Auch ich habe mir mein eigenes Gefängnis gebaut aus Angst vor Ablehnung. Mein Leben nicht gelebt. Die Mauern fallen. Mich berührt das gerade sehr. Danke.

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